Immobilienmakler im Wandel der Zeit

Ein Berufsstand verändert sich: Der Immobilienmakler gestern und heute

Wie war es denn früher?

Wie war das Immobilienmakler-Leben vor 30 Jahren? Der Leser möge sich in eine Zeit zurückversetzen, in der es kein Internet gab, und man bestenfalls eine lokale Tageszeitung zum stillen des täglichen Informationsbedürfnisses heranziehen konnte. Wie sollte es da möglich sein, dass man beim Verkauf einer Immobilie den richtigen Käufer finden konnte. Auch die Ermittlung des Wertes war eine kaum zu lösende Aufgabe für einen Immobilienverkäufer.

Es war die Glanzstunde des Immobilienmaklers. War es doch bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht möglich, als Privatmann  eine Immobilie erfolgreich zu verkaufen oder als Käufer eine zu finden. Sowohl der Käufer wie auch der Verkäufer brauchte den Makler, da dieser als Hüter seiner Karteien zu jedem Käufer oder Verkäufer das passende Gegenüber hatte. Ein guter Makler war, wer möglichst gut gefüllte Karteikästen hatte und so schnell einen geeigneten Vertragspartner finden konnte.

Der Makler war damals praktisch als reiner Nachweismakler tätig. Das bedeutet, er konnte sich auf  den Nachweis der Adresse eines potentiellen Vertragspartners beschränken. Im kürzesten Fall konnte sich dieses auf das Faxen von zwei Adressen beziehen. Damit hatte der historische Makler seine Pflicht getan. Er hat zwischen zwei Parteien einen Kontakt hergestellt, der ohne ihn niemals zustande gekommen wäre.

Die Vergütung wurde zwischen beiden Vertragsparteien üblicherweise geteilt, was heute auch noch in vielen Bundesländern als „ortsüblich“ gilt.

Was ist inzwischen geschehen?

Eine dramatische Veränderung in der Art der Kommunikation ist geschehen. Heute hat jeder Zugriff auf eine fast unbeschränkte Menge an Informationen. Dies betrifft auch den Verkäufer oder Käufer einer Immobilie. Er kann in Immobilienportalen unzählige Angebote vergleichen, kann sich ein Bild über die Marktsituation machen  und ohne jede weiteren Zwischenschritt mit seinem möglichen Vertragspartner in Kontakt treten.

Der klassische Makler hat ausgedient.

Der bisher mit einer möglichst großen Kartei erfolgreiche Makler hatte mit der digitalen Revolution plötzlich ausgedient. Auch wenn es viele noch nicht wahrhaben wollen, der Beruf des Immobilienmaklers hat sich mit der Digitalisierung grundlegend gewandelt. Jemanden, der ein Fax von links nach rechts schiebt, den braucht heute keiner mehr.

Eine neue Generation von Immobilienmaklern tritt an

Viele herkömmlichen Makler sind von den Veränderungen überrascht worden. Die Anforderungen des digitalen Zeitalters erforderte eine völlige Abkehr von den gewohnten Arbeitsprozessen in einem Immobilienbüro hin zu völlig neuen Denkprozessen. Viele haben es nicht geschafft oder sind noch immer dabei, eine Entwicklung, die vor Jahrzehnten begonnen hat, langsam umzusetzen.

In die dadurch entstandene Lücke drängt nun eine neue Generation von Immobilienmaklern, die das alte Geschäftsmodell um 180° auf den Kopf stellen. Die eigentliche Serviceleistung besteht nun nicht mehr im reinen Vermitteln von Kontaktdaten, sondern bewegt sich immer mehr in Richtung Marketingberater.

Der Immobilienmakler als Marketing-Agentur

Moderne Immobilienmakler sind daher heute viel eher mit einer Marketingagentur zu vergleichen, die sich auf die Bedürfnisse von Verkäufern spezialisiert hat. Nicht mehr die Karteigröße bestimmt in einer Welt mit unendlicher Informationsüberreizung die Rolle, sondern wie und mit welchen Methoden ein Angebot aus der Masse hervorgehoben werden kann. Der, der die besten Marketingkonzepte hat, erreicht für den Verkäufer einer Immobilie den größten Mehrwert.

Methoden der digitalen und besonders hochwertigen Fotografie, Weitwinkelfotografie oder Panoramafotografie sind ein erster Anfang, mit dem ein Marketing-Makler sich aus der Masse von hässlichen Immobilienfotos hervorheben kann. Weitere Methoden wie hochwertige Exposees als .pdf oder aus Profi-Druckereien können ein weiteres Instrument sein, ein Angebot visuell von der Masse abzuheben. Immobilienvideos waren auch eine Zeit lang mode, bevor man merkte, dass der Interessent eigentlich etwas völlig anderes möchte.

Der letzte Schrei bei dem Immobilienmarketing sind virtuelle Besichtigungen, die am PC, Tablet und Smartphone sowie inzwischen auch mit 3D-Brille ausgeführt werden können. Für einen ersten Eindruck ist die physikalische Anwesenheit eines Kaufinteressenten inzwischen gar nicht mehr erforderlich.

Dies ist nicht nur modern und schont die Umwelt wegen Wegfall unnötiger Besichtigungsfahrten. Vor allem den in der heutigen Zeit allgemein stark beschränkten Zeitbudgets wird dadurch Rechnung getragen. Es finden am Ende nur noch die notwendigen Termine statt, die in einem erfolgreichen Verkaufsabschluss enden.

Fazit:

Ein guter Immobilienmakler ist eher mit einer Marketing-Agentur verwandt als mit einem historischen Maklerbüro

Weiterführender Link

Beispiel eines Immobilienmaklers der neuen Generation aus der Gegend von Freiburg: http://www.freiburg-makler.de/

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